Trend Filterkaffee – oder wie bereite ich meinen Kaffee richtig zu

Trend Filterkaffee – wie zu Omas Zeiten

Vom Rösten zum Filtern: Wie schon angesprochen liegt das Filtern voll im Trend. Das geht mit dem traditionellen Rösten von feinen Herkunfts- und Plantagenkaffees einher. Beispielsweise kann ein traditionell gerösteter Kenia Kaffee von Hand aufgebrüht seine Aromenvielfalt in der Tasse voll entfalten. Meist erinnert er an schwarze Johannisbeeren und ist mit einer spritzigen Säure versehen ist.

Filtermethoden gibt es viele und sie sind nicht nur für ein perfektes Geschmackserlebnis hervorragend geeignet, sondern oftmals auch die einfachste und schnellte Art und Weise Kaffee zu Hause oder im Büro zuzubereiten. Eine French Press, oft auch als Bodum Kanne bekannt, funktioniert folgendermaßen: gemahlenes Kaffeemehl in die Kanne, heißes Wasser darauf geben, drei Minuten ziehen lassen, Filter runter drücken und Kaffee genießen. Den Filtersatz auf den Kompost, (auch sehr gut als Blumendünger) die Kanne einmal kurz auspülen und fertig.

Die Japaner haben vor einigen Jahren auch wieder traditionelle Filtermethoden, wie den Porzellan-Handfilter oder die Vakuumkanne (Syphon), neu in Szene gesetzt. Der Hario Filter v60 beispielsweise hat eine größere Bodenöffnung als der herkömmliche Melitta Filter und einen spitz zulaufenden Trichter. Ergebnis ist eine optimierte Brüh- und Kontaktzeit zwischen Kaffee und Wasser. In die Tasse wandern die feinen Aromen, im Filter bleiben unangenehme Bitterstoffe und Säuren zurück. Mit dem speziell angefertigten Wasserkessel Hario Buono lässt sich das Wasser perfekt dosiert auf das Kaffeepulver verteilen.

Eine weitere Filtermethode ist die Karlsbader Kanne. Durch ihren reinen Porzellanfilter wandern alle Aromen in die Tasse und bleiben nicht im Papier oder Metallfilter zurück. Die Kaffees aus der Karlsbader Kanne sind meist etwas kräftiger als die im Papier gefilterten Sorten. Der zeitliche Aufwand ist hierbei etwas größer, da die Extraktion etwas länger dauert.

Die Aeropress ist eine weitere Brühmethode. Zubereitet wird meist nur eine Tasse. Der Brühaufwand ist sehr gering und die Reinigung sehr schnell. Ergebnis ist eine hervorragende Tasse Kaffee. Die Aeropress erinnert an eine Pumpe. Man presst über Luftdruck das Wasser durch das Kaffeemehl, gebrüht wird direkt in die Tasse.

Weitere Methoden sind die Chemex Karaffe und Wood Neck von Hario. Schön designte Kaffeekaraffen, in denen man direkt durch Papier oder Stofffilter Kaffee brühen kann. Die Karaffe ist ein zusammenhängendes Glasgefäß bestehend aus Trichter und Kanne, zwischen den beiden ist ein Holzring, an dem man das Gefäß im heißen Zustand besser anfassen kann.

Es gibt noch viele weitere Brühmethoden wie die Mokkakanne oder einen türkischen Ibrik. Vielleicht findet der ein oder andere Kaffeetrinker im Keller noch eine alte Vakuumkanne, die jetzt durchaus wieder zum Einsatz kommen kann.

Wer Spaß am Kaffeezubereiten hat und sich informieren möchte was es alles am Markt gibt, und wie es vor allem funktioniert, kann dies bei Kaffee- und Baristaseminaren lernen, die mittlerweile von vielen Kaffeeröstereien angeboten werden.

Tipps für die Zubereitung: Wichtig ist, dass der Filterkaffee mit heißem Wasser zubereitet wird (92° – 96°C). Auch der Mahlgrad ist entscheidend und bei jeder Brühmethode und Filterart unterschiedlich. Ist der Kaffee zu fein gemahlen und/oder das Wasser zu heiß, ist er meist überextrahiert. Das heiße Wasser läuft nur sehr langsam durch das Kaffeemehl, welches schnell verbrennt und am Ende bitter schmeckt. Ist das Pulver zu grob vermahlen und/oder das Wasser zu kalt, spricht man von unterextrahiertem Kaffee. Unangenehme Säuren und Bitterstoffe wandern in die Tasse.

Das Wasser spielt natürlich auch eine sehr wichtige Rolle, schließlich besteht eine Tasse Filterkaffee zu mind. 98% aus Wasser. Ideal ist eine schwache Mineralisierung und eine Härtegrad zwischen 5 und 7° deutscher Wasserhärte. Mein Tipp: Finger weg von Pads und Kapseln, die überteuert gehandelt werden und eine verhältnismäßig schlechte Kaffeequalität liefern. Stattdessen beispielsweise eine günstige Aeropress und hochwertigen, traditionell gerösteten Kaffee vom Spezialitätenröster nebenan kaufen und mit geringem Zubereitungsund Reinigungsaufwand genießen.

Von Heiko Rehorik